Ein Tag aus dem Forstlager Lauenen 2015

Mittwoch:

Es ist 7:00, unsere beiden Lehrer kommen singend in unser Zimmer um uns zu wecken. Wir haben das zwar so gewünscht, aber das Lied ging mir schon am ersten Tag auf die Nerven. Ich schaue hoch, damit sie sehen dass wir wach sind und sie endlich mit ihrem Geschrei aufhören. Wir haben noch zehn Minuten bis wir zum Frühstück unten sein müssen, ich klettere demotiviert von meinem Hochbett runter um mich anzuziehen. Meine beiden Zimmerkollegen sind schon aufgestanden. Nachdem ich meine Arbeitskleidung angezogen hatte, gehe ich die Treppe runter.

Das Haus hat vier Stöcke: ganz unten ist die Küche und der Ess-Saal. Im zweiten Stock sind die Mädchen und im dritten sind wir. Den vierten Stock habe ich noch nie betreten, dort ist noch so eine Ferienwohnung, aber die gehört nicht mehr zu uns. Ich habe wie jeden Morgen keinen Hunger und auch keine Lust etwas zu essen, aber ich esse trotzdem was, damit ich nicht nach einer Stunde Arbeit schon wieder Hunger habe. Es gibt wie jeden Morgen Müesli und ich hasse Müesli!

Wir müssen uns auch noch Sandwiches machen für unser Picknick an der Arbeitsstelle. Nach dem Frühstück mache ich meinen Rucksack parat, ziehe meine Wanderschuhe an und gehe nach draussen auf den Parkplatz wo die Forstwarte und unsere Lehrer warten. Um 8:00 sind alle draussen.

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Wir teilen uns in unsere drei Gruppen auf und fahren mit unseren „Chefen“ zu unserer Arbeit. Wir sind heute bei Herr Ryser und fahren mit dem Schulbus in den Wald. Die Fahrt war viel zu kurz und ich muss schon wieder aufstehen und aussteigen. Wir gehen ein Stück in den Wald hinein, bis wir zu einem morschen Baumstamm kommen, wo verschiedene Äxte, Sägen und andere Werkzeuge, die ich nicht kenne, lagen.

Herr Ryser erklärte uns was wir machen müssen, und zwar müssen wir Bäume fällen. Ich und Cem wollen zusammen einen fällen, also fangen wir an: am Anfang müssen wir messen wie dick und hoch unser Baum ist. Danach sagen wir mit der Zweimannssägen 5cm in den Baum hinein und schlagen mit der Axt einen Kein. Jetzt haben wir alle Vorbereitungen getroffen und können den Baum fällen. Wir Sägen zusammen, einer links und einer rechts, wir müssen darauf achten, dass wir zusammen im gleichen Tackt sind, nachdem wir einige Minuten gesägt haben kippt der Baum und schmettert auf den Boden. Ich bin froh, dass ich nicht mehr sagen muss, denn das war ziemlich mühsam. Jetzt müssen wir den Baum, mit der Axt, entasten und danach noch schälen mit so einem Schinteisen.

Mit der Zeit konnte ich mich ein Bisschen motivieren und die Arbeit hat sogar begonnen Spass zu machen. Ich bin aber trotzdem froh als es 17:00 ist und wir wieder ins Lagerhaus zurück konnten, zuerst gehe ich duschen, wechsle meine Kleider und danach gehe ich in den Ess-Saal um zu schauen ob etwas läuft. Ich sehe, dass einige der Jungs gerade zum kleinen Lädeli gehen wollen und ich schliesse mich ihnen an. Als wir wieder zurück sind gibt es Abendessen, nach dem Essen haben wir noch Schach gespielt oder sonst irgendetwas gemacht und so um 1:00 gehe ich dann ins Bett.

Autor : Zacharia Ghammar

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